Bürokratie bremst aus

Jessen/MZ. Nur die moderne, 38 Meter lange Offset- Druckmaschine war in Betrieb, als am Dienstagnachmittag der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Lutz Franke, gemeinsam mit der Kreisvorsitzenden der Liberalen, Katharina Adolf, sowie den Stadträten Günter Müller und Klaus-Dieter Richter der GHP Direct Mail, Betriebsstätte Jessen, einen Besuch abstattete.

Jessen

Betriebsleiter Bernd Carius (2.v.r.) erklärt den FPD-Politikern Günter Müller, Katharina Adolf, Lutz Franke und Klaus-Dieter Richter (von links) die Drucktechnik bei GHP Direct Mail, Betriebsstätte Jessen. (MZ-Foto: Boris Canje)

(Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 14.08.2008) Die übrigen Maschinen, so erklärte ihnen Betriebsleiter Bernd Carius, würden wegen der derzeit recht hohen Temperaturen nur in der Frühschicht betrieben. Überhaupt habe das Wetter großen Einfluss auf das Betriebsregime. So müsse die Luft in der Halle wegen der Trockenheit auch mit hoch reinem Wasser, das durch ganz feine Düsen versprüht wird, angefeuchtet werden.

Natürlich wollte der FDP-Politiker auch wissen, wo das Unternehmen der Schuh drückt. Da nannte Bernd Carius zunächst die Infrastruktur, den fehlenden Autobahnanschluss in der Nähe. Einen solchen werde er allerdings wohl genauso wenig erleben wie eine neue Elbebrücke, meinte er dann. Es wäre daher schon viel geholfen, wenn Wittenberg, Griebo und Coswig mit Umfahrungen versehen wären. Außerdem beklagte der Betriebsleiter die immer weiter ausufernde Bürokratie, die das Leben unnötig erschweren würde. Er nannte da die Bemühungen der Stadt, eine weitere Zufahrt zum Gewerbegebiet zu schaffen ebenso wie einen Parkplatz für Lkw. Beides scheiterte bislang an den erforderlichen Genehmigungen wegen der dazu erforderlichen Ab- und Auffahrten auf die Bundesstraße 187.
Hier müsse aufgeräumt werden, meinte Bernd Carius, und Lutz Franke, selbst Unternehmer, stimmte ihm zu. Der Jessener Betriebsleiter meinte auch, „dass Gesetze entrümpelt, den neuen Gegebenheiten angepasst werden müssen.“ Als Beispiele nannte er das Arbeitsrecht und auch die Subventionspolitik, insbesondere auf dem Energiesektor.
Bevor sich Lutz Franke verabschiedete, bat er Bernd Carius, bei Problemen mit der Bürokratie, die das Land verursacht, sich mit einer Mail an ihn zu wenden. Dann fuhr er zu seinem nächsten Termin, einem Besuch in der Kindertagesstätte Koboldmühle.

verfasst von Boris Canje (Mitteldeutsche Zeitung vom 14.08.2008)

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