Weckruf für die Politik

Zu den aktuellen Zahlen über Verstöße gegen die Schulpflicht in Sachsen-Anhalt erklärt Norbert Hentschke, Sprecher für den Bereich Jugend der PAG:

Norbert Hentschke„Diese sprechen eine deutliche Sprache, nämlich die des Versagens der Landespolitik. 3916 Bußgeldverfahren gegen Schulschwänzer sind ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik der Großen Koalition“, so Hentschke.

Während das Kultusministerium ausführlich über die Möglichkeiten der Sanktionierung wie Ordnungsgelder und Zwangszuführung informiert, sind die Verantwortlichen bei der Ursachensuche ratlos und überfordert. Schon immer wurde Schulverweigerung als Ordnungswidrigkeit gesehen. Es hat sich aber in der Vergangenheit wie auch in den aktuellen Zahlen gezeigt, dass angedrohte oder vollstreckte Bußgeldbescheide zunehmend wirkungslos geworden sind. „Drakonische Exempel sind sicherlich sehr öffentlichkeitswirksam, ändern aber die Problemlage für die Jugendlichen und Eltern nicht“, merkt Norbert Hentschke an.

Es geht darum, Schulverweigerung als schulisches und didaktisches Problem anzunehmen. Hentchke: „Hier hat die FDP schon vor den Landtagswahlen deutlich daraufhin gewiesen, dass eine weitere schlecht ausgearbeitete Reform des Schulssystems sich nachteilig für die Jugend auswirkt.“

Zu den Experimenten mit der Schulform Gesamtschule kommen Schulschließungen, Lehrermangel und zu lange Schulwege hinzu. „Jetzt sind die Zuständigen in der Landesregierung gefordert schnell Rezepte zu finden, um die Schulverdrossenheit zu mindern“, so Hentschke abschließend.

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