Veit WOLPERT: „Schwarz-Rot ist nicht mehr als (Real-)Satire“

Politikern mit Format geht auch in der Fastenzeit der Humor nicht aus. Den „Umzug“ der Fernseh-Kommissare von Halle nach Magdeburg kann man souverän, gelassen und humorvoll kommentieren, wie dies Sozialminister Bischoff getan hat.

Wer als Teil der Regierungskoalition auf die humorvoll-zugespitzte „Attacke“ des Wirtschaftsstaatssekretär Tullner gleich mit persönlichen Invektiven reagiert, den Hallenser gleichsam als „Halunken“ darstellt, wie dies die SPD-Fraktionsvorsitzende, der SPD-OB von Magdeburg und sogar der CDU-Landesvorsitzende getan haben, dem fehlt es an Format. Der Landesregierung, die im Wochentakt als schwarz-rote Kollision daherkommt, möchte man in diesem Falle anstelle einer Krisensitzung des Koalitionsausschusses eine Sondervorstellung der „Machteborjer Odüssee“
wünschen.

Mit der hatten die drei Hengstmänner, Franziska Bopp, Christian Karius und Stefan Schramm im vergangenen Jahr für ausverkaufte Vorstellungen im Magdeburger Technikmuseum gesorgt. Das Stück beinhaltete auch die „Vision“, dass Halle ein Vorort von Magdeburg sein könne – natürlich wurde darüber viel gelacht. Aber viel Beifall gab’s am Ende der „Odüssee“ auch dafür, dass sich Magdeburg und Halle wieder lieb hatten. Davon darf man wohl im Kabinett der Spaßbefreiten nicht unbedingt ausgehen. Fortsetzung der Humorlosigkeiten folgt. Ganz sicher.“