Lydia Hüskens: Was Sachsen und Sachsen-Anhalt unterscheidet

hueskens14Um kleine Grundschulen im ländlichen Raum trotz rückläufiger Schülerzahlen zu erhalten, hat Sachsen schon 2013 die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht angekündigt. Just zu dem Zeitpunkt, an dem Minister Dorgerloh die Schließung von mehr als 30 Grundschulen verkündet, präsentiert Sachsen sein Konzept für die kleinen Schulen im ländlichen Raum. Jeder, der von der Sache etwas versteht, weiß, dass in Sachsen-Anhalt noch weit mehr Grundschulen schließen werden, wenn die Landesregierung die Vorgaben der Schulentwicklungsplanung ernst nimmt.

Mit wackligen Ausnahmegenehmigungen bleiben jetzt noch einige Schulen „am Netz“ – ohne Sicherheit, dass sie auch morgen und übermorgen eine Zukunft haben. Spätestens 2017 „zündet“ die 2. Stufe der Schließungswelle. In Sachsen hingegen geht alles anders: Man sieht dort „jahrgangsgemischte Klassen als große Chance für kleine Grundschulen, wenn sie ein im Lehrerkollegium der Schule erarbeitetes pädagogisches Konzept und eine entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte vorweisen können“. Das Kultusministerium hat dazu jetzt einen Leitfaden für jahrgangsübergreifenden Unterricht vorgestellt. „Er soll Schulen dabei unterstützen, die pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen für altersgemischte Klassen zu schaffen“ (Pressemitteilung des sächsischen Kultusministeriums vom 2.6.2014). Sachsen-Anhalt wickelt ab, Sachsen gestaltet Bildung für den ländlichen Raum. Grundlage ist das Schulschließungsmoratorium von 2013 – ein Weg, dem sich in Sachsen-Anhalt CDU und SPD beharrlich verweigern. Dank des Moratoriums bleibt für kleine Grundschulen im ländlichen Raum genügend Zeit, altersgemischte Klassen (wie in Bayern in den Jahrgangsstufen 1/2 und 3/4) schrittweise einzuführen.

Das ist ein besserer Weg, als mit einer Schulentwicklungsverordnung schrittweise Mindestschülerzahlen zu erhöhen und die Schule im ländlichen Raum zur Ausnahme von der Regel zu machen. „Sachsen-Anhalt ist auf dem Holzweg, wenn es an den Schulschließungen festhält“, so Lydia Hüskens, stv. FDP-Landesvorsitzende. Das zeigte jüngst eindrücklich auch das Gutachten der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände. „Vielleicht ist es noch nicht zu spät für eine Umkehr. Denn immerhin hat SPD-Partei- und Fraktionschefin Budde ja in der Schulpolitik den Grund für das schlechte Abschneiden der SPD bei den Kommunalwahlen erkannt“, so Hüskens abschließend.

Kontakt:
Dr. Lydia Hüskens, Stv. Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt