Zur Studie „engagiert,flexibel-ausgebrannt?“

Arlarmierende Zahlen hat die Studie „engagiert, flexibel-ausgebrannt?“, welche am 28.09.2011 von Vetretern der Hochschule Magdeburg-Stendal vorgestellt wurde, offenbart. Demnach fühlt sich jeder fünfte Sozialarbeiter ausgebrannt. Als Grund werden fehlende ausreichende Beratungs- und Stützungssysteme genannt. Den richtigen Halt findet kaum eine Fachkraft in Ihrer Einrichtung.

Gleichzeitig zeichnet sich unter den sozialpädagogischen Fachkräften eine zunehmende Professionaliserung ab. Aber oft ist ein einziger Sozialpädagoge in einer Einrichtumg für alle Tätigkeitsfelder verantwortlich, bis hin zur Beantragung und Verwaltung von finanziellen Hilfen. Für die eigentliche Arbeit fehlt oft die wichtige Zeit.

Bemängelt wird weiterhin in der Studie und durch den Kinder- und Jugendring e.V., dass die Finanziers, Träger und Vorgesetzte Ihrer fördernden Rolle nicht gerecht werden. Unter diesen Umständen kann nicht mehr garantiert werden, dass engagierte Fachkräfte auf Dauer und im vollen Umfang zur Verfügung stehen werden.

„Doch eine Minderung der Qualität und der Mitarbeiter kann aus meiner Sicht nicht hingenommen werden“, so Norbert Hentschke, Sprecher für Jugend in der Parlamentarischen Arbeitsgruppe. „Der Kinder- und Jugendring e.V. will die Ergebnisse der Studie und die Situation im beruflichen Alltag der Fachkräfte näher an die Politik herantragen. Diesen Erkenntnissen stellen wir uns und wir werden das Gespräch mit dem Kinder- und Jugendring e.V. suchen“,verspricht Norbert Hentschke

Unsere leere Heimat

Zu den vom Statistischen Landesamt veröffentlichten neue Fakten zur Demographie in Sachsen-Anhalt erklärt Norbert Hentschke, Sprecher für den Bereich Jugend der PAG:

Norbert HentschkeWeniger Geburten, Wegzug von Jugendlichen und Fachkräften, Überalterung im ländlichen Raum – der demographische Wandel hat Sachsen-Anhalt fest im Griff. Wie so oft stehen die politischen Akteure staunend am Gleis, wenn der „Braintrain“ mit gut ausgebildeten Fachkräften unser Land verlässt.

Die derzeitige Landesregierung schafft es nicht ein schlüssiges und ganzheitliches Konzept vorzustellen, welches diese Entwicklung umkehren könnte. Das Gegenteil scheint der Fall, Konfusion und Planlosigkeit kennzeichnen die derzeitige Strategie, wenn es deine eine gibt. Da wird ohne Absprachen über den Verkauf der Uni-Kliniken in Halle und Magdeburg diskutiert, Fachkräfte verunsichert und der Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt mit wenigen unüberlegten Sätzen öffentlich demontiert. Hinzu kommen „Überlegungen“ die Errichtung des Landesdatennetzes zu verschieben und die geplante Einführung der kostenlosen Ganztagsbetreuung wird aus finanzieller Sicht in Frage gestellt. Obendrein plant die Landesregierung einen „Wassercent“ als zusätzliche Belastung für Unternehmen, um die hart erkämpfte Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Sachsen-Anhalt zu mindern.

Die Landesregierung muss Antworten finden, wie die Jugendlichen in unserem Land gehalten werden können und ein Zuzug in unser Land attraktiver wird. Es geht darum, endlich ein ganzheitliches Konzept vorzulegen, welches bis 2025 die wichtigen Themen wie Sozial- und Bildungspolitik, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik beinhaltet. Die derzeitigen „Ergebnisse“ erreichen genau das Gegenteil: ein leeres Sachsen-Anhalt.

Weckruf für die Politik

Zu den aktuellen Zahlen über Verstöße gegen die Schulpflicht in Sachsen-Anhalt erklärt Norbert Hentschke, Sprecher für den Bereich Jugend der PAG:

Norbert Hentschke„Diese sprechen eine deutliche Sprache, nämlich die des Versagens der Landespolitik. 3916 Bußgeldverfahren gegen Schulschwänzer sind ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik der Großen Koalition“, so Hentschke.

Während das Kultusministerium ausführlich über die Möglichkeiten der Sanktionierung wie Ordnungsgelder und Zwangszuführung informiert, sind die Verantwortlichen bei der Ursachensuche ratlos und überfordert. Schon immer wurde Schulverweigerung als Ordnungswidrigkeit gesehen. Es hat sich aber in der Vergangenheit wie auch in den aktuellen Zahlen gezeigt, dass angedrohte oder vollstreckte Bußgeldbescheide zunehmend wirkungslos geworden sind. „Drakonische Exempel sind sicherlich sehr öffentlichkeitswirksam, ändern aber die Problemlage für die Jugendlichen und Eltern nicht“, merkt Norbert Hentschke an.

Es geht darum, Schulverweigerung als schulisches und didaktisches Problem anzunehmen. Hentchke: „Hier hat die FDP schon vor den Landtagswahlen deutlich daraufhin gewiesen, dass eine weitere schlecht ausgearbeitete Reform des Schulssystems sich nachteilig für die Jugend auswirkt.“

Zu den Experimenten mit der Schulform Gesamtschule kommen Schulschließungen, Lehrermangel und zu lange Schulwege hinzu. „Jetzt sind die Zuständigen in der Landesregierung gefordert schnell Rezepte zu finden, um die Schulverdrossenheit zu mindern“, so Hentschke abschließend.