Närrischer Ehrenorden für Sitta

Traditionell wird beim politischen Aschermittwoch kräftig ausgeteilt. Das ließ sich der Landesvorsitzende der Freien Demokraten Frank Sitta nicht zweimal sagen. Er gab sein Debüt in der Börde. Ob Frauenquote, Lehrermangel oder der Appell nach weniger Videoüberwachung, dafür bürgernahe Polizisten – seine verbale Premiere im Jeckenzentrum wurde prompt belohnt. Der Vorsitzende des ansässigen Karnevalsverein Blumenberg Daniel Axmann verlieh Sitta den Ehrenorden des Vereins.

Beim Thema Digitalisierung schlägt Sitta ernstere Töne an: „Die Freien Demokraten stehen für Innovation. Dennoch müssen Daten und Bürgerrechte stets geschützt bleiben.“ Angela Merkel empfiehlt Sitta, dass ein Schuldenerlass für Griechenland bei gleichzeitigem Ausscheiden aus der Euro-Zone sinnvoller sei, als erneut Finanzpakete in Milliardenhöhe zu versenken. „Man wird den Eindruck nicht los, dass das Thema Griechenland über den Wahlsommer ruhig gestellt werden soll.

Sitta zum Merkel/Erdogan Verhältnis: „Ein Angriff auf die Pressefreiheit ist ein Angriff auf die Freiheit von uns allen. Es kann nicht sein, dass Vertreter der türkischen Regierung nach Deutschland reisen, um hier für ein Ende von Parlamentarismus, Rechtsstaatlichkeit und Einschränkungen der Pressefreiheit zu werben, während auf der anderen Seite deutsche Staatsangehörige in der Türkei festgesetzt werden, weil sie diese Freiheiten leben wollen“, mahnt Sitta. „Merkel hält dazu immer schöne Sonntagsreden. Jetzt sind klare Taten erforderlich.“

„Autofasten“ zeugt von Realitätsverlust bei Grün-Rot

Passend zum Aschermittwoch schlagen der Grüne Verkehrsexperte Stephan Kühn und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine autofreie Zeit von Aschermittwoch bis Ostern vor, das „Autofasten“.
Dazu meint der stellv. Landesvorsitzende der FDP, Dr. Marcus Faber:
„Die Grünen und Roten scheinen mir hier an Realitätsverlust zu leiden. Millionen Menschen in Deutschland pendeln täglich mit ihrem PKW zur Arbeit. Im Pendlerland Sachsen-Anhalt sind die Menschen auf ihr Auto besonders angewiesen. Dieser Vorschlag ist so entrückt von der Realität all der Menschen die jeden Morgen früh aufstehen um mit ehrlicher Arbeit ihre Familie zu ernähren und ihre Miete zu zahlen. Die Pendler gehören zu den Leistungsträgern unserer Gesellschaft und dieser „Vorschlag zum Autofasten“ muss sich für sie anfühlen wie ein Schlag ins Gesicht.“
Faber, der selbst berufsbedingt pendelt, schlägt stattdessen vor, dass der Grüne Verkehrsexperte Kühn und Bundesministerin Hendricks mit gutem Beispiel voran gehen und bis Ostern auf ihre Dienstwagen und die Fahrbereitschaft des Bundestags verzichten: „Wer Wasser predigt sollte auch Wasser trinken. Ein Verzicht auf Dienstwagen und Fahrbereitschaft bis Ostern holt Frau Hendricks und Herrn Kühn vielleicht auf den harten Asphalt der Realität zurück.“

Politischer Aschermittwoch in Bottmersdorf läutet Bundestagswahlkampf in der Börde ein

Der FDP Kreisverband Börde hat am 13. Februar traditionell seinen politischen Aschermittwoch in Bottmersdorf abgehalten und sich auf die Bundestagswahl am 22. September 2013 eingestimmt. Der Kreisvorsitzende Jens Ackermann konnte über 60 Parteifreunde und Gäste im gut gefüllten Saal im Gasthof „Zum Osterberg“ begrüßen.

Neben den beiden stellvertretenden FDP-Landesvorsitzenden Dr. Lydia Hüskens aus Magdeburg und Marcus Faber aus Stendal sowie dem Ehrenvorsitzenden der FDP Sachsen-Anhalt und Wirtschaftsminister a.D. Dr. Horst Rehberger befand sich auch die Staatsministerin Auswärtigen Amt und Spitzenkandidatin der FDP Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl 2013 Cornelia Pieper unter den Gästen.

Conny Pieper glänzte in ihrer Bütt mit einem Reim, in dem sie die Taten des politischen Gegners gekonnt auf Korn nahm. Und der Kanzlerkandidat der SPD bietet dafür reichlich Stoff. Soviel, dass mittlerweile eine Maßeinheit zwischen zwei Fettnäpfchen als ein „Steinbrück“ bezeichnet wird. Auch Jens Ackermann ließ sich einen Seitenhieb in Richtung des SPD-Kanzlerkandidaten nicht nehmen. Steinbrück ist in Berlin auch bekannt als Muttis bester Arbeiter und ein Bild von ihm hängt im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale, an der Wand.

Der Vorsitzende des Ortsverbandes Börde René Gehre ließ es sich nicht nehmen, dem Publikum einige überspitzte Anekdoten aus der Kommunalpolitik darzubieten. Gehre richtete auch ein paar mahnende Worte nach Magdeburg, wo die Landespolitiker scheinbar an der Realität vorbei regieren.

Der Barleber Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff hatte noch eine ganz besondere Überraschung im Gepäck. Nicole Samsel vom OK-live-Ensemble Barleben-Wolmirstedt bot mit ihrer Kautschukdarbietung eine beeindruckende Darbietung.

Anschließend lud Jens Ackermann seine Gäste zu einer zünftigen Brotzeit ein, bevor am Folgetag die Fastenzeit beginnt. Dies nahm der Kreisvorsitzende wörtlich und ließ sich sogleich wiegen und versprach die 89 Kilogramm bis zum Wahlsonntag am 22. September auf 79,9 Kilogramm zu reduzieren. Soviel Prozent braucht der Bundestagsabgeordnete auch für den erneuten Wiedereinzug in den Bundestag.