Hüskens: Griff in die Rücklagen des Landes ist ein Offenbarungseid

Finanzminister Schröder will den Ministerien per Erlass die 203 Millionen Euro Rücklagen des Landeshaushalts in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung stellen. Dazu äußert sich Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt:

„Der Griff in die Rücklagen ist ein Offenbarungseid. Diese Gelder sind für konjunkturelle Abstürze vorgesehen, auf die sich ein Land strukturell nicht vorbereiten kann. Damit soll vermieden werden, dass dann drastisch in Leistungsgesetze eingegriffen werden muss,“ so Hüskens.

„Das zeigt, dass die Haushalte 2017-2019 unsolide finanziert wurden und die Kenia-Koalition mehr Ausgaben beschlossen hat, als sie mittelfristig finanzieren kann. 2020/21 muss der Landeshaushalt ohne Rücklagen und Taschenspielertricks finanziert werden. Alles andere nimmt dem Land die Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft.“

Brexit bleibt für hiesige Wirtschaft nicht folgenlos – Interessen der Bürger und Unternehmen müssen aktiv verteidigt werden

Die Regierungsfraktionen des Landes Sachsen-Anhalt fragen in der letzten Landtagssitzung des Jahres nach dem Brexit und seinen Auswirkungen für das Land.

„Die FDP-Bundestagsfraktion hat dazu bereits im April dieses Jahrs über 300 Fragen an die Bundesregierung gestellt, die hauptsächlich aus den gleichen Parteien, wie unsere hiesige Landesregierung besteht“, stellt der stellv. Landesvorsitzende und Mitglied des Bundestages Dr. Marcus Faber fest.

„An der heutigen Anfrage im Landtag wird deutlich, dass der Brexit auch für die hiesige Wirtschaft nicht folgenlos bleiben wird. Unsere Unternehmen haben Anspruch darauf, dass sich die Landes- wie auch die Bundesregierung auf sämtliche in den verschiedenen Austrittszenarien zu erwartenden Eventualitäten vorbereitet und Rechenschaft über den Stand dieser Vorbereitungen leistet.

Ich bin gespannt, was die Landesregierung für Antworten zum Thema Brexit bereit hält“, äußert sich Faber weiter. „Spätestens jetzt sollten die Interessen der Bürger und Unternehmen aktiv verteidigt werden“, so Faber abschließend.

Am 29. März nächsten Jahres findet der Brexit statt. Die Antworten auf die große Anfrage der Bundestagsfraktion der Freien Demokraten zur Vorbereitung des Landes auf die Konsequenzen des Brexits will die Bundesregierung am 31. Mai 2019 beantworten – NACH dem Brexit.

Das Absurditäten-Kabinett

Die Landesregierung zieht nach zweieinhalb Jahren „Kenia-Koalition“ heute Bilanz. Der Vorsitzende der Freien Demokraten Sachsen-Anhalt Frank Sitta, kritisiert Absurditäten der Koalition und vermisst Fortschritte für die Zukunft des Landes.

„Alle Lobhudelei kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich diese Koalition nur über die Zeit schleppt. Union, SPD und Grüne haben keine gemeinsame Idee für unser Land. Dabei sind die Probleme groß genug. Seit Jahren fallen wir gegenüber allen anderen Ländern wirtschaftlich zurück. Trotz Rekordsteuereinnahmen gibt die Landesregierung mehr Geld aus, als sie eigentlich hat. Anders sind die Risse in der Koalition offenbar nicht mehr zu kitten“, resümiert der Landesvorsitzende der FDP, Frank Sitta.

Kohärentes Regierungshandeln sucht man jenseits davon vergeblich. Das hat die Diskussion um die Braunkohle gerade wieder gezeigt. Der Ministerpräsident gibt in der Kohlekommission den harten Verhandler für das Braunkohlerevier, da grätscht die grüne Umweltministerin sofort dazwischen und erinnert ihn öffentlich daran, dass er dem Auslaufen des Braunkohleabbaus in Sachen-Anhalt im Koalitionsvertrag bereits zugestimmt hat.

„Bisher hat die Koalition vor allem Absurditäten zu bieten: Der Ministerpräsident verweigert seinem Finanzminister die Unterstützung für eine etwas weniger unsolide Haushaltspolitik,  die Umweltministerin verunglimpft Kommunalpolitiker als ,Harz-Mafia‘ und der Landtag ist nicht im Stande, einen Datenschutzbeauftragten zu wählen. Gleichzeitig bleiben schwarz-rote Altlasten aus den vergangenen Legislaturperioden unbewältigt, etwa beim Lehrermangel, beim Breitbandausbau, aber auch die Aufklärung der Ungereimtheiten beim ISW. Die Bilanz der Landesregierung bleibt nach wie vor mager“, sagt FDP Landeschef Frank Sitta.

Wir als Freie Demokraten Sachsen-Anhalt werden jedenfalls dafür kämpfen, dass das Kapitel Schwarz-Rot-Grün nach den verbleibenden zweieinhalb Jahren der Legislaturperiode beendet wird. Sollte das schon früher gelingen, wäre das für unser Land allerdings auch nicht von Nachteil.“