Hüskens: Ehrliche Bilanz erforderlich

„Bei aller Freude über gestiegene Übernachtungszahlen im Reformationsjahr ist die Landesregierung gefordert, eine ehrliche Bilanz zu ziehen“, so Lydia Hüskens, stellvertretende Vorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt. Dabei sei es natürlich nicht Aufgabe der Politik, die Veranstaltungen der evangelischen Kirche zu bewerten. Es gehe vielmehr darum, die enormen Summen, die für die Sanierung von Gebäuden aufgewendet wurden, in ein Verhältnis zu den Besucherzahlen zu setzen.

Alleine 67 der über 80 Millionen Euro, die Sachsen-Anhalt für das Reformationsjubiläum aufgebracht hat, seien in die Gebäudesanierung geflossen. Dazu stehen die etwa 20.000 Übernachtungen in Wittenberg, das den Löwenanteil erhalten hat, natürlich in keiner Relation. Es sei zu hoffen, dass das gestiegene Interesse nicht nur deutscher Besucher auch in den kommenden Jahren anhalte.

Natürlich seien zu Jahresende die wirtschaftlichen Einnahmen interessant, die sich dem Reformationsjubiläum zurechnen lassen. Ob sich die Investitionen für das Land aber wirklich gelohnt haben, sei wohl auch erst in ein paar Jahren valide festzustellen. Dies setze aber voraus, das das Land sich für eine ehrliche Bilanz der mittelfristigen Auswirkungen dieser Investitionen auch einen zeitlichen Horizont von mehreren Jahren setze und beim Landesmarketing das Thema Reformation nachhaltig besetzt und mit dem Land Sachsen-Anhalt verknüpft, so Hüskens abschließend.

Siehe auch:

Kolloquium zum Reformationsjubiläum – eine Initiative der FDP-Ratsfraktion

Martin-Luther-Platz und Martin-Luther-Hain eingeweiht

500 Apfelbäume für Magdeburg bis zum Reformationsjubiläum 2017

Staatsministerin Cornelia Pieper mit Diplomaten auf Luther-Tour in Sachsen und Sachsen-Anhalt

Cornelia Pieper war am 4. und 5. Oktober 2012 in Berlin mit akkreditierten Botschafterinnen und Botschafter auf einer Informationstour zu den Luthergedenkstätten in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ziel der Tour war es, für die Aktivitäten Deutschlands im In- und Ausland im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 zu werben und Anstöße zur Kooperation zu geben.

Die diplomatischen Vertreter aus unter anderem protestantisch geprägten Ländern besuchten zusammen mit Geistlichen der Evangelische Kirche Deutschlands und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Teile des 300 km langen sächsischen Lutherweges von Zwickau über Leipzig nach Torgau und folgten den Spuren des Reformators.

„Die Veröffentlichung der 95 Thesen Luthers bildete den Auftakt zur Reformation – einem Ereignis, das die deutsche Geschichte nachhaltig prägte. Ihre religiösen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen erlangten weltgeschichtliche Bedeutung.“ betonte Staatsministerin Pieper.

Das Auswärtige Amt stelle, so die Staatsministerin, Überlegungen an, 2016 eine große Kunstausstellung in den USA auszurichten, in der die globalen Prägekräfte des Protestantismus vorgestellt werden. Die Botschafterreise endete in Halle im Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort wurde den hohen Gästen unter anderem Lutherspielzeuge vorgestellt wie auch das in Restaurierung befindliche Gräberfeld von Lützen, das an eine der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges zwischen protestantischen und katholischen Truppen im Jahr 1632 erinnert.