Der schlechteste Start einer Bundesregierung aller Zeiten

Heute ist die von Union und SPD getragene Bundesregierung genau 100 Tage im Amt. Der Altmarker Bundestagsabgeordnete Dr. Marcus Faber zieht eine ernüchternde Bilanz: „Wir Freien Demokraten hatten ein „Weiter so“ der Großen Koalition erwartet, eine ambitionslose Fortsetzung der letzten vier Jahre. Katastrophaler Weise steuert uns die Bundesregierung sehenden Auges in ein Desaster.“

Es sei der schlechteste Start einer Bundesregierung aller Zeiten. Faber betont: „Die Unionsschwestern CDU und CSU streiten sich bis die Fetzen fliegen um die Asylpolitik.“ Drei Jahre hätten sie nicht gehandelt, jetzt würden sie Deutschland wegen der bayerischen Landtagswahl in eine Regierungskrise stürzen. „Der Koalitionspartner SPD steht unterdessen daneben und macht sich mit einer Aufstockung der Parteienfinanzierung im Hauruckverfahren die Taschen voll“, kritisiert Faber. „Viel wichtiger wäre eine Aufstockung des Wehretats gewesen, um unsere NATO-Verpflichtungen zu erfüllen sowie die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich auszurüsten“, gibt der Verteidigungsexperte zu bedenken.

Von den 133 Versprechen aus dem Koalitionsvertrag seien bisher nur fünf umgesetzt. Angesichts der Herausforderungen vor denen Deutschland und Europa stehe, sei dies eine Peinlichkeit sondergleichen. „Themen wie Bildung, Digitalisierung, und Entlastung der Bürger werden von der Großen Koalition sträflich vernachlässigt“, unterstreicht der Stendaler Bundestagsabgeordnete. Deshalb habe die FDP-Fraktion dazu drei Initiativen in den Deutschen Bundestag eingebracht. Das unterscheide sie von manchem politischen Mitbewerber: „Wir wollen Deutschland und seine Zukunft gestalten“, so Faber.

Schulabbrecherqote in Sachsen-Anhalt zu hoch

„Die aktuelle Schulabbrecherquote in Sachsen-Anhalt ist viel zu hoch. Die Zahlen sind zwar auch in anderen Bundesländern gestiegen, gerade in unserem Bundesland liegen wir erheblich hinter den anderen Regionen Deutschlands. Vor allem die 15 Prozent in Mansfeld-Südharz dürfen nicht ohne Reaktion bleiben“, erklärt Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Sachsen-Anhalt.

Sachsen-Anhalt hat in der Vergangenheit viel Geld ausgegeben, um Schulverweigerung und Schulabbruch zu untersuchen, sodass genügend Ansatzpunkte vorhanden sein sollten, um jetzt, wo der Arbeitsmarkt junge Menschen mit soliden Schulabschlüssen dringend benötigt, einen höheren Anteil zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Besonders auffallend ist, dass der Abstand bei dieser Quote zu anderen Bundesländern trotz frühkindlicher Bildung in den Kitas, trotz flächendeckender Ganztagsbetreuung in den Schulen nicht signifikant schrumpft. Obwohl der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund, die in den westdeutschen Bundesländern das Gros der Schulabbrecher stellen, sehr klein ist. Dabei werden frühkindliche Bildung und Ganztagsbetreuung gemeinhin von den Sozialpartnern als Lösungsansätze genannt.

„Für den Kreis Mansfeld-Südharz erscheint es geboten, ein engmaschiges Netz zwischen Schulen, Vereinen und Wirtschaft zu knüpfen, um junge Menschen, deren Schulerfolg gefährdet ist, zu begleiten. Die Instrumente wie die Kombination von Praxisteilen und theoretischem Unterricht, die Vermittlung von Leistungsorientierung über Sport u. a. sind alle bereits bekannt und erprobt. Jetzt müssen sie umgesetzt werden“, so Hüskens abschließend.

Frank Sitta: „Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist erschreckend“ / „Von der Wissens- auf die Kompetenzvermittlung umsteigen“

Die Freien Demokraten in Sachsen-Anhalt haben die aktuellen Meldungen, nach denen allein im Süden des Landes im letzten Jahr 700 Ausbildungsstellen unbesetzt blieben, als unbefriedigend bezeichnet.

Dazu erklärt der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Frank Sitta:

„Die Aussagen über nicht besetzte Ausbildungsplätze müssen die Politik in Sachsen-Anhalt aufschrecken. Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Wir müssen alles dafür tun, damit der Fachkräftebedarf auch in Zukunft gedeckt werden kann.

Wenn die Handwerkskammern melden, dass teilweise unzureichende schulische Vorkenntnisse Schuld an der Nichtbesetzung sind, ist dies ein Alarmsignal. Die Freien Demokraten sprechen sich für den Umstieg von der Wissens- auf die Kompetenzvermittlung aus. Es gilt, die Lehrpläne zu entschlacken und den Schulen endlich wieder Autonomie zu geben, damit sie sich auf ihre wesentlichen Aufgaben konzentrieren können. Zentrales Ziel der schulischen Ausbildung muss sein, die Jugendlichen optimal auf ihren Start in den Beruf vorzubereiten.“

Freie Demokraten: „CDU in der Bildungspolitik völlig orientierungslos“ / „Strukturdebatten überflüssig wie ein Kropf“

BildungZu den bildungspolitischen Vorschlägen der CDU in Sachsen-Anhalt erklärt der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat der Freien Demokraten Frank Sitta:

„Die CDU hat in der Bildungspolitik offenbar völlig die Orientierung verloren. Bei kaum einem anderen Thema hat diese Partei in den letzten Jahren die Meinung so oft geändert wie bei dieser, für viele Kinder wirklich zentralen Frage. Statt den Weg zu einer Schullaufbahn von zwei Klassenarbeiten abhängig zu machen, müssen wir vielmehr die Interessen der Beteiligten in Einklang bringt. Der Elternwille muss bei der Entscheidung über eine Schullaufbahn eine Rolle spielen. Möglich wäre beispielsweise eine Bildungsempfehlung durch einen Lehrer mit der Möglichkeit zu kombinieren, elternseitig – beispielsweise durch einen Test – eine abweichende Entscheidung zu erwirken.

Die Strukturvorschläge der CDU sind überflüssig wie ein Kropf. Schulen brauchen keine neuen Schilder. Sie brauchen endlich Autonomie und zusätzliche Lehrkräfte. Dabei ist der Schultyp nicht primär von Bedeutung. Wichtig ist, dass die Schüler möglichst viel lernen. Dafür brauchen wir keine Strukturdebatten, sondern gute und motivierte Lehrer, kleine Klassen und einfach erreichbare Schulstandorte.“

Freie Demokraten: Grundsätzliche Neuregelung des KiFöG bleibt zwingend

Foto: Benjamin Diedering

Foto: Benjamin Diedering

Die Freien Demokraten haben die Verwendung zur Verfügung stehender Mittel aus dem Betreuungsgeld zur Absenkung der Elternbeiträge bei der Kinderbetreuung grundsätzlich begrüßt. Dennoch bleibt eine Neuregelung zwingend. Dazu erklärt der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Frank Sitta:

„Die Nutzung der Gelder aus dem Betreuungsgeld ist erst einmal eine gute Nachricht. Klar ist aber auch, dass dies dauerhaft nicht zu einer Entlastung der Eltern führen wird. Niemand sollte sich in diesem Punkt von CDU und SPD Sand in die Augen streuen lassen. Bereits im März stehen Tarifsteigerungen an, die die Situation wieder verschärfen werden. An einer Abwicklung des bestehenden KiFöGs führt kein Weg vorbei. Es ist Zeit, dass der Landtag erkennt, dass die KiFöG-Novelle im Jahr 2013 ein Fehler war, den es zu beheben gilt.

Die Begrenzung der kommunalen Zuschüsse muss raus aus dem Gesetz, gleichzeitig brauchen die Kommunen endlich eine vernünftige Finanzausstattung, um die übertragenen Aufgaben verantwortungsvoll erfüllen zu können.“

Schulpolitik: Sachsen-Anhalt braucht Schulschließungsmoratorium

FrankSitta_2015_HomepageLehrerneueinstellungen sind Tropfen auf den heißen Stein / Jahrgangsübergreifenden Unterricht einführen

(Magdeburg / Halle). Sachsen-Anhalts Freie Demokraten fordern tiefgreifende Reformen in der Schulpolitik des Landes und ein Ende der Schulschließungen im ländlichen Raum.

Frank Sitta, Landesvorsitzender der Freien Demokraten, schlägt ein Schulschließungsmoratorium nach Vorbild des Freistaates Sachsen vor:

„Es muss Schluss damit sein, dass man den Menschen im ländlichen Raum die Grundschulen vor der Nase zuschließt. Deshalb fordern wir einen umgehenden Stopp der Schließungen. Es ist völlig inakzeptabel, dass Grundschüler jeden Morgen kilometerweite Anreisewege haben. Das erhöht weder Bildungsqualität noch trägt es zu einem lebenswerten ländlichen Raum bei.“

Gleichzeitig schlagen die Freien Demokraten vor, jahrgangsübergreifenden Unterricht einzuführen und die Zahl der Lehrer so zu erhöhen, dass Unterricht nachhaltig und ohne massenhaften Ausfall von Stunden möglich ist.

Frank Sitta spart in diesem Zusammenhang nicht mit Kritik am Kultusministerium:

„Herr Dorgerloh behauptet allen Ernstes, in diesem Jahr so viele Lehrer wie noch nie einzustellen. Diese Behauptung ist angesichts der Lehrpersonalpolitik der letzten Jahre ein Skandal! Der Landesregierung ist das Problem des Lehrermangels seit geraumer Zeit bekannt. Jetzt feiert sie sich für 100 Neueinstellungen, weil der Wahltermin näher rückt. Das werden die Wähler der Regierung nicht durchgehen lassen.“

Private Schulen nicht ausbremsen

FrankSitta_2015_HomepageGenehmigungsvoraussetzungen für Schulen in freier Trägerschaft vereinfachen statt verschärfen / Dorgerloh hat Ministerium nicht im Griff

(Magdeburg / Halle). Die Freien Demokraten Sachsen-Anhalt sprechen sich für eine Vereinfachung der Genehmigungsvoraussetzungen für Schulen in freier Trägerschaft aus. Bisher ist es so, dass freie Träger die Finanzierung der Einrichtung innerhalb der ersten drei Jahre nach einer Neugründung komplett selbst aufbringen müssen, bevor das Land Fördermittel zuschießt. Diese Frist wollen die Freien Demokraten drastisch kürzen und so die Hürden für neue Privatschulen senken. Den vom Kultusministerium vorgelegten Entwurf einer überarbeiteten Verordnung über die Schulen in freier Trägerschaft (SchifT-VO) lehnen die Liberalen hingegen ab. Er sieht unter anderem vor, dass Genehmigungsanträge nunmehr bereits neun statt wie bisher sieben Monate vor Schuljahresbeginn eingereicht werden müssen und dass das Nachreichen von Antragsunterlagen zukünftig nicht mehr möglich sein soll.

Der Vorsitzende der Freien Demokraten, Frank Sitta, erklärt dazu:

„In Sachsen-Anhalt werden private Schulen mehr und mehr ausgebremst. Das halten wir für falsch. Es ist verständlich, dass vor Ort auf die gescheiterte Schulpolitik der Landesregierung zusehends mit freien Schulen reagiert wird, um eine vernünftige Schul- und Regionalentwicklung zu gewährleisten. Wir sollten die Gründungsanforderungen eher senken statt verschärfen.“

Gleichzeitig spart Sitta nicht mit Kritik an Kultusminister Dorgerloh:

„Wenn der Kultusminister behauptet, er kenne den Entwurf seines eigenen Hauses nicht, drängt sich einem schon die Frage auf, wer im Kultusministerium eigentlich das Sagen hat. Da verwundert es auch nicht, dass Herr Dorgerloh sich nicht gegen das Spardiktat seines Amtskollegen im Finanzministerium durchsetzen kann.“

Für Sitta ist dies ein weiterer Beleg für die katastrophale Schulpolitik in Sachsen-Anhalt:

„Es reicht offenbar nicht, dass im Land Schulen schließen, Lehrer fehlen und massenhaft Unterricht ausfällt. Jetzt will man auch noch den freien Schulen Steine in den Weg legen. Wir Liberale halten das für einen großen Fehler. Die Landesregierung wäre gut beraten, sich die entsprechenden Entscheidungen der Verfassungsgerichte in Thüringen und Sachsen anzusehen und das Gutachten von Professor Kluth zum Thema ernst zu nehmen.“

Bildungsinitiative 2025

Beschluss des Landesparteitages der FDP Sachsen-Anhalt am 25.04.2015

Die FDP Sachsen-Anhalt fordert eine Bildungsinitiative 2025 für Sachsen-Anhalt, deren Ziel es ist, die Bildungschancen aller Bürger zu erhöhen und das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt grundsätzlich zu stärken.

Ziel ist nicht weniger als die beste Bildung.

Dies ist nur mit starken Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, zu erreichen, in denen den am Bildungsprozess Beteiligten (Eltern, Lehrern) mehr Freiheit und Eigenverantwortung überlassen wird. Mehr Freiheit und Eigenverantwortung bedeutet für uns, dass:

 Schulen und Hochschulen über ihre Bildungskonzeptionen und -angebote selbst  entscheiden können und die Eigenverantwortung der Bildungseinrichtungen gestärkt werden, 

  •  Eltern selbst entscheiden können, welche Schule für ihr Kind die Beste ist, 
  •  Inklusion nicht nur gefordert, sondern auch finanziell und organisatorisch angegangen wird, aber Eltern weiterhin Mitspracherecht über eine inklusive  Beschulung ihrer Kinder erhalten,
  • die Durchlässigkeit des Bildungssystem so groß wie möglich ist und einem jeden Chancen zum Aufstieg gibt,
  • junge Menschen ihren Fähigkeiten entsprechende Bildungs-Angebote erhalten.

Es muss endlich Schluss sein mit einer Bildungspolitik, deren Ziel es alleine ist,  Kostenvorgaben des Finanzministeriums einzuhalten. Bildungspolitik muss das  Fundament legen für die zukünftige Entwicklung unseres Landes. Im nationalen und internationalen Wettbewerb werden wir nur bestehen können, wenn wir den Weg hin zu einer Wissensgesellschaft konsequent gehen und die jungen Menschen bedarfsgerecht und auf ihre Fähigkeiten hin ausbilden und ihnen dennoch die Freiheit zur Selbstverwirklichung geben. Hier muss Bildungspolitik ansetzen und darf Entwicklungen, wie z.B. im Bereich Industrie 4.0 nicht verschlafen.

Die Freien Demokraten fordern daher eine Bildungsinitiative, die folgende Aspekte berücksichtigt:

Kindergarten

Bildungsprozesse beginnen bereits im vorschulischen Alter. Daher nehmen gerade Kindergärten eine wichtige Rolle in der frühkindlichen Bildung ein. Eine qualifizierte Ausbildung der Erzieher/innen ist daher ein wesentlicher Ansatzpunkt eines modernen Bildungssystems. Um diese Tätigkeit attraktiv zu gestalten, bedarf es einer gerechten und den Aufgaben entsprechenden Vergütung.

Die Freien Demokraten halten die KiföG-Novellierung für falsch. Die negativen Folgen für junge, berufstätige Eltern zeichnen sich bereits jetzt ab. Die Betreuung in Kindereinrichtungen muss auch für Erwerbstätige finanzierbar bleiben, um Familie und Beruf in Einklang bringen zu können. Wir treten für die Wiederherstellung der wesentlichen KiföG-Regelungen von 2004 ein.

Grundschulbereich

Zur besten Bildung gehört für die Freien Demokraten ein enges Netz öffentlicher und privater allgemeinbildender Schulen mit einem abgestimmten öffentlichen  Personennahverkehr. Kein Grundschüler soll länger als eine halbe Stunde zur Schule fahren. Damit wird nicht nur eine gute Bildung, sondern auch eine wohnortnahe Beschulung gesichert. Dies ist in allen dünn besiedelten Regionen Europas ein wichtiger Ansatz, um der Landflucht vorzubeugen. Das Land legt auf Basis dieser Grundannahmen eine Schulnetzplanung vor, die mit einer seriösen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung untersetzt wird.

Alle Grundschulen können sich im Rahmen einheitlicher Bildungsstandards ein eigenes pädagogisches Konzept erarbeiten. Gerade in dünnbesiedelten Regionen unseres Landes gehören dazu auch Konzepte, die es dem Land ermöglichen, die „Schule im Dorf zu lassen“ wie homelearning, jahrgangsübergreifendes Lernen, Unterricht per Internet etc… 

Weiterführende Schulen

Die FDP Sachsen-Anhalt bekennt sich klar zum mehrgliedrigen Schulsystem. Dieses fördert die unterschiedlich ausgeprägten Talente junger Menschen. Praxisorientierte Schüler müssen genauso gute Bedingungen vorfinden, wie Schüler, die ein Studium anstreben. Die Durchlässigkeit der Schulformen ist zu sichern, aber nicht das Abitur zum Schulabschluss für alle zu machen. Die Abschlüsse an der Sekundar- und Gemeinschaftsschule müssen gemeinsam mit der dualen Ausbildung ein gutes Fundament für den Start in das Berufsleben bieten. Handwerkliche und technische Berufsausbildungen Sind in Sachsen-Anhalt gleichrangig zum Abitur zu sehen. 

Für das Abitur müssen in Deutschland die gleichen Standards gelten, und auch wie 2012 in Teilen beschlossen, umgesetzt werden. Die Abstimmungen zu den Abiturvorgaben mit Bayern, Sachsen, Hessen und Thüringen sind der richtige Weg. 

Es muss unser Ziel sein, eine Abstimmung aller Länder auf hohem Niveau zu erreichen.

Unser Ziel ist: Bildung in Sachsen-Anhalt muss die beste Bildung im Ländervergleich sein. Hierzu brauchen wir einen Wettbewerb um die besten Konzepte. Dieser Wettbewerb zwischen den Schulen soll durch die Öffnung der Schulbezirke erreicht werden. So werden Schulen motiviert, sich neben der verpflichteten Allgemeinbildung auf Kernkompetenzen zu konzentrieren, um sich ein Alleinstellungsmerkmal zu geben. Dies erhöht den Wert der Bildung und bietet den Lehrern die Möglichkeit auf die Interessen und Stärken der Schüler besser einzugehen. Dabei können individuelle Bildungskonzepte entlang des mehrgliedrigen Schulsystems umgesetzt werden. 

Inklusion

Für Liberale steht der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen im Zentrum ihrer Politik. Ziel der FDP Sachsen-Anhalt ist es mehr Freiheit für mehr Menschen zu ermöglichen. Wir wollen, dass alle – so wie sie sind – am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und die Chance zum Aufstieg durch Bildung erhalten. Menschen mit körperlichem bzw. geistigem Handicap haben es dabei ungleich schwerer. Wir setzen uns dafür ein, das abzubauen, was Menschen hindert gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. 

Die FDP Sachsen-Anhalt tritt dafür ein, dass Eltern (Erziehungsberechtigte) wählen können, ob ihr Kind an einer für das Kind geeigneten Schule inklusiv oder an Förderschulen beschult wird. Wir wollen, dass Allgemeinbildende Schulen so  ausgestattet werden, dass Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen und Beeinträchtigungen entsprechend ihres individuellen Förderbedarfs erfolgreich unterrichtet werden können.

Damit Eltern und Erziehungsberechtigte die aus ihrer Sicht bestgeeignete Art der  Beschulung wählen können, sind Förderschulen zu erhalten. Durch den bedarfsgerechten Erhalt von Kindergärten und Schulen für Schwerstmehrfachbehinderte wird sichergestellt, dass einige überhaupt beschult werden können und nicht als nicht-beschulbar aus dem System fallen. 

Zukunftsorientierte Bildung

Das Bildungssystem muss und soll Chancen der digitalen Welt nutzen und fördern (Stichwort digitales Klassenzimmer etc.). Damit verbunden ist die Vernetzung der Lernräume verschiedener Bildungseinrichtungen (zum Beispiel: Universitäten mit Klassenräumen). Hierzu ist es wichtig, dass auch gerade der ländliche Raum mit Datennetzen versorgt wird, die auf dem Stand der Technik sind. Hier muss Sachsen-Anhalt die Rahmenbedingungen schaffen, damit eine Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Wirtschaft gestärkt werden kann und so die Bildung auch die nötigen Impulse und Innovationen erhält, die sie zur besten Bildung macht. 

Die FDP Sachsen-Anhalt macht sich zudem für eine Ausweitung der Begabtenförderung in allen Fächern und für den Erhalt und Schaffung von außerschulischen Lernorten stark. Beide Förderkonzepte stellen eine Erweiterung zu klassischen Bildungseinrichtungen dar und können, durch die jeweilige Spezialisierung, Wissen, das über den Schulstoff hinausgeht, transportieren. 

Berufsbildung

Das Berufsbildungssystem (vor allem das Duale System) entwickelt Fachkräfte in vielen Bereichen, die ebenso eine hohe Anerkennung in der Gesellschaft genießen. Die Berufsbildung ist einer der Motoren der deutschen Wirtschaft. Jeder Auszubildende kann ein Meister werden und damit ein Leistungsträger unserer Gesellschaft. Das Duale System braucht hierbei keine neuen finanziellen Zuwendungen, aber mehr Freiheiten in der Durchführung der Ausbildungen, bei der Anwerbung von zukünftigen Fachkräften und Unterstützung in der Anerkennung. Die Stärkung der Berufsorientierung bis hin in 8 die Gymnasien ist hierbei ein wichtiger Ansatz.

Weiterbildung

Die Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens gewinnt immer weitere Bedeutung. Sie ist nicht zuletzt eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe, gesellschaftliche Partizipation, Integration und Chancengerechtigkeit eines jeden Einzelnen.

Neue Arbeitsprozesse und sich immer wandelnde Anforderungen im Beruf machen die Weiterbildung zu einem essentiellen Teil des eigenen beruflichen Alltags. Ebenso bestimmt die Qualifikation und die Kompetenzen der Mitarbeiter maßgeblich auch den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Hier gilt: wer sich nicht weiterbildet bzw. wer nicht weiterbildet, verliert schnell den Anschluss. Daher muss es Ziel sein, die Weichen für eine gute und nachhaltige berufliche Weiterbildung zu stellen. Hierzu gehört zum einen das Gespräch mit Anbietern von Weiterbildungen (u.a. auch Hochschulen) zu suchen und einen Diskurs über die vorhandenen Formen beruflichen Weiterlernens zu starten und diese ggf. zu hinterfragen und neu auszurichten, aber ebenso den Aufklärungsbedarf bei Arbeitnehmern und Unternehmern im Bereich der Weiterbildung zu decken. 

Hochschulbereich

Die Universitäten und Hochschulen unseres Landes müssen ihre Potentiale besser ausschöpfen können. Der Wissenschaftsrat hat eingeschätzt, dass die beiden Universitäten das Potential haben, zumindest in jedem Fachbereich einzelne Schwerpunkte entwickeln zu können, die national und sogar international wahrgenommen werden. Ebenso gibt es zahlreiche Ansatzpunkte für die Verbesserung der Lehre.

Das Land kann von den Hochschulen erwarten, dass sie die Empfehlungen zur qualitativen Verbesserungen aufnehmen und nutzen. Gleichzeitig können die Hochschulen vom Land eine angemessene Finanzierung der Grundstrukturen erwarten, die nach 10 Jahren neu justiert und an den geänderten Studierendenzahlen ausgerichtet werden müssen. Die Mittel, die der Bund aus Hochschulpaktmitteln zur Verfügung gestellt hat, müssen genutzt werden, um diesen Prozess zu gestalten. Wie zwischen den Schulformen gilt auch zwischen den Hochschulen, dass eine Durchlässigkeit existieren muss, bis hin zur Promotion.

Lehrerausbildung

Die Ausbildung der Lehrer stellt ein wichtiges Element der Bildungsinitiative dar.  Lehrpläne müssen an die zukünftigen Herausforderungen einer zunehmenden Digitalisierung des täglichen Lebens schon heute angepasst werden. Dabei spielen auch Fragen eines bewussten Umgangs mit seinen persönlichen Daten im Internet eine zentrale Rolle. Ebenso werden Lehrer viel mehr als bisher mit Fragen der Inklusion konfrontiert. Dies muss sich auch in der Ausbildung der Lehrer widerspiegeln. Dies setzt neben einer attraktiven Vergütung bedarfsgerechte und kontinuierliche Fortbildungsmöglichkeiten voraus. 

Nicht zuletzt muss das Land Sachsen-Anhalt auch seiner Verpflichtung nachkommen und in Zukunft ausreichend Referendarstellen anbieten. Hier wurden zu lange Entwicklungen verschlafen, so dass die Gefahr besteht, dass Sachsen-Anhalt den Lehrerbedarf zukünftig nicht mehr qualifiziert abdecken kann. Diese Fehlentwicklung muss gestoppt werden.

Dr. Lydia Hüskens: An die eigene Nase fassen – weg vom Schrumpfungskurs dieser Landesregierung

hueskens14Dr. Lydia Hüskens, stv. FDP-Landesvorsitzende, kommentiert Äußerungen des
Ministerpräsidenten Haseloff in der Presse zum demografischen Wandel

Es ist manchmal schon frustrierend: Da gibt das Land vor Jahren schon viel Geld aus, um herauszufinden, was es jungen Paaren erleichtert, den Kinderwunsch auch zu realisieren. Das Ergebnis überrascht nicht wirklich: Es sind vor allem eine subjektiv als positiv empfundene Zukunftsperspektive, also Sicherheit im Job, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eigene „vier Wände“. Und jetzt argumentiert der Ministerpräsident auf einem oberflächlichen Niveau und erweckt den Eindruck, es seien vor allem die Unternehmer in der Pflicht, für ein familienfreundliches Sachsen-Anhalt zu sorgen. Auch der Bund möge mehr Geld geben. Wie bei vielen anderen Themen lenkt er ab vom Politikversagen der CDU/SPD-Landesregierung, die einen Schrumpfungskurs beschreitet, die demografische Krise nur administriert.

Wir brauchen für junge berufstätige Eltern finanzierbare KiTa-Plätze. Die Landesregierung hat mit ihrer KiFöG-Novelle für das Gegenteil gesorgt: In einigen Kommunen explodieren die Kosten für die Kinderbetreuung. Wir brauchen gut bezahlte Arbeitsplätze – doch wer die Wirtschaftsförderung runterfährt, nutzt seine Chancen nicht. Wir brauchen eine vernünftige öffentliche Infrastruktur, keine Schlaglochpisten. Wir brauchen Grundschulen und inklusive Schulen als Basisbildungsstruktur in der Fläche, nicht einige wenige Zentrumsschulen, zu denen man zig Kilometer unterwegs ist.

Wenn das alles nicht gegeben ist, helfen auch Appelle an die Unternehmer nicht, denen u.a. durch Mindestlohnverordnung, Vergabegesetz und Wassercent immer mehr Lasten aufgebürdet wurden. Offensichtlich denkt auch der Ministerpräsident – frei nach Winston Churchill – im sozialdemokratischen Mainstream, dass der Unternehmer „eine Kuh ist, die man ununterbrochen melken kann.“ Es hilft auch beim Schlüsselthema Demografie, sich an die eigene Nase zu fassen, die eigene Verantwortung zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wer das nicht tut, muss das Regieren anderen überlassen.

Kontakt

Dr. Lydia Hüskens
Stv. FDP-Landesvorsitzende
www.lydia-hueskens.de

FDP Sachsen-Anhalt
Landesgeschäftsstelle
W.-Rathenau-Str. 33b
39106 Magdeburg

Tel.: 0391/561 92 88
Fax: 0391/543 13 61
sachsen-anhalt@fdp.de

Dr. Lydia Hüskens: Lehrereinstellungen: „Nur Tropfen auf den heißen Stein“

hueskens14Als „Tropfen auf dem heißen Stein“ bezeichnet Dr. Lydia Hüskens, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, das Vorhaben der Landesregierung, jetzt 100 Lehrer mehr einzustellen. „Die Landesregierung zeigt zugleich, dass ihre ganzen Bemühungen der letzten Jahre in eine falsche Richtung gegangen sind,“ so Hüskens. „Es wird Aufgabe der kommenden Legislaturperiode sein, eine sinnvolle Schulstruktur zu erarbeiten, die das ganze Land im Blick hat und einen vernünftigen Kompromiss zwischen Entfernung zur Schule, Klassengrößen und Kosten darstellt.“ Die Idee, Lehrerinnen und Lehrer quasi als „Wanderprediger“ einzustellen und je nach Bedarf von Schule zu Schule fahren zu lassen, klinge zudem nicht nach einem erfolgsversprechenden Ansatz.

„Die Nachbarländer stellen Lehrer massiv in den Landesdienst ein und verbeamten diese. Sachsen-Anhalt kommt mit einem für die Pädagogen unattraktiven Vorschlag. Das zeigt: Hier hat die Landesregierung die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Oder sie will mit Hilfe von Schlagzeilen nur den Eindrucken erwecken, das Problem zu lösen.“

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Dr. Lydia Hüskens
Stv. FDP-Landesvorsitzende
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