Umdenken ist dringend erforderlich, um Chancen für Sachsen-Anhalt zu nutzen

Hüskens zu Grünen-Streit bei grüner Gentechnik: Umdenken ist dringend erforderlich, um Chancen für Sachsen-Anhalt zu nutzen

Als – wenn auch kleinen – Hoffnungsschimmer für mehr Vernunft in der Diskussion um Perspektiven für die Grüne Gentechnik bezeichnet die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Dr. Lydia Hüskens eine kontroverse Diskussion, die aktuell bei den Grünen zu diesem Thema ausgebrochen ist. Gerade für ein Bundesland wie Sachsen-Anhalt mit seinen hervorragenden Böden und seiner langen Tradition in der Pflanzenzüchtung würde mehr Offenheit der Keniakoalition gegenüber Technologien wie Crispr/Cas der Land- und Forstwirtschaft zahlreiche Chancen eröffnen.

So könnten etwa schneller Pflanzen gezüchtet werden, die sich an neue klimatische Bedingungen anpassen aber auch resistenter gegen Schädlinge sind und damit deutlich weniger Pflanzenschutzmittel benötigen. Die Argumentation etwa von Dorothea Frederking (Bündnis 90/Die Grünen) ggü. der Mitteldeutschen Zeitung, die grüne Gentechnik habe in der Vergangenheit auch nicht funktioniert, bezeichnet Hüskens als scheinheilig: „Wer eine technologische Entwicklung derart mit Verboten überzieht und sich quasi auf jede gentechnisch veränderte Pflanze setzt, darf sich doch nicht wundern, wenn diese nicht wächst.“

Sachsen-Anhalt sollte bei der grünen Gentechnik endlich wieder vorangehen und die Grünen ihre Blockadehaltung aufgeben. Die Wissenschaftler im Land und die mittelständischen Zuchtunternehmen müssen, wie zuletzt zwischen 2002 und 2006 Unterstützung erfahren, damit Sachsen-Anhalt auch in Zukunft seinem Ruf als Wiege der Pflanzenzüchtung in Deutschland gerecht wird.

 

Zum Hintergrund: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat jüngst ein „Forschungsprogramm Genome Editing – mit Biotechnologie zu einer nachhaltigen Landwirtschaft“ mit einem Fördervolumen von 5 Mio. Euro gestoppt. Das Programm richtete sich nicht nur an staatliche Hochschulen, sondern adressierte ausdrücklich auch Umweltverbände als Projektpartner. Gegen diesen rüden Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit und in den Kompetenzbereich der grünen Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg haben sich zwischenzeitlich mehr als 120 Wissenschaftler in einem gemeinsamen offenen Brief an Ministerpräsident Kretschmann gewandt. Darunter ist mit Prof. Dr. Dr. h.c. Urs Niggli auch einer der weltweit prominentesten Vertreter der ökologischen Landwirtschaft.

Mit sog. Genomeditierungstechniken können gezielt Änderungen in den Pflanzen vorgenommen werden. Dies ergänzt die „klassische“ Gentechnik und ist unerlässlich, um den Herausforderungen von Klimawandel, Ernährungssicherung und knapper werdenden Ressourcen zu begegnen.  Neben einer notwendigen Ertragssteigerung sind Resistenzen gegen Trockenstress und Schädlingsbefall sowie verbesserte Inhaltsstoffe aus wissenschaftlicher Sicht die Schwerpunkte einer modernen Pflanzenzüchtung. https://progressive-agrarwende.org/brief-kretschmann/