Sechs-Punkte-Programm für die digitale Schule
Der Landesparteitag möge beschließen:
Die Freien Demokraten Sachsen-Anhalt setzen sich für folgendes Sechs-Punkte-Programm für die Digitale Schule in Sachsen-Anhalt ein:
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Digitales Fundament ausbauen und qualifiziert nutzen
Schule braucht eine digitale Basis-Infrastruktur mit Anbindung der Schulen an das Glasfasernetz, Schulhausvernetzung einschließlich WLAN, Zugang zu einer digitalen Lernplattform, Verfügbarkeit zeitgemäßer Präsentationstechnik und die Verfügbarkeit persönlicher digitaler Endgeräte. Die Grundlagen sind in Sachsen-Anhalt gelegt - das Ministerium für Infrastruktur und Digitales hat dafür gesorgt, dass mittlerweile annähernd 100 Prozent aller Schulen ans Glasfasernetz angeschlossen sind. Die digitale Ausstattung der Schulen wurde durch den Digitalpakt - und das bedeutet vor allem aus dem Haushalt des Bundes - verbessert.
Das schnelle Netz und die neue Technik bedeuten aber nicht, dass in den Schulen in allen Fächern zeitgemäßer Unterricht durchgeführt wird, der den Anforderungen in der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ und des entsprechenden Landeskonzepts entspricht. Längst nicht überall
- sind Schulverwaltung und Lehrkräfte den digitalen Anforderungen gewachsen,
- sind Materialien und Unterrichtsergebnisse für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte digital verfügbar,
- werden Formen digitaler Kollaboration und Ergebnissicherung gefördert,
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ist die digitale Kommunikation zwischen Lehrkräften und Eltern verlässlich und datensicher.
Wir wollen sicherstellen, dass alle Schulen über ein digitales Fundament verfügen, um zeitgemäße pädagogische Arbeit zu ermöglichen. Wir wollen verhindern, dass einzelne Schulen hinsichtlich der digitalen Ausstattung dauerhaft abgehängt werden oder an den methodisch-didaktischen Herausforderungen der Digitalen Schule scheitern. Dafür benötigt man ein Monitoring parallel zur Schulentwicklungsplanung.
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Verlässliche und langfristig orientierte Planung sicherstellen
Die digitale Schule braucht eine langfristige Planung und die kontinuierliche, verlässliche Zusammenarbeit zwischen Bund, Land, Kommunen bzw. Schulträgern und Schulen. Das gilt besonders für die Betreuung der technischen Ausstattung, für die es verbindlicher Standards bedarf, festgeschrieben im Landeskonzept zur Umsetzung der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, das jeweils zu Beginn und zur Mitte der Legislatur aktualisiert werden muss. Dazu sollte auch die verlässliche Qualifizierung gehören - organisiert mit Hilfe von Verwaltungs- bzw. Digitalassistenten und orientiert am Vorbild der Pädagogischen IT-Koordinatorinnen und -Koordinatoren in Sachsen (PITKo). Es bedarf - im Konsens zwischen Bildungsverwaltung und Schulträgern - eines qualifizierten Monitorings der technischen Ausstattung von Schulen, Lehrkräften und Lernenden im Rahmen des Digitalpakts bzw. eines Digitalpakts 2.0. Nur so lassen sich vergleichbare Lernbedingungen an allen Schulen des Landes vorhalten und weiterentwickeln.
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LISA-Kompetenzzentrum „Digital kompetent im Lehramt“
Das BMBF-geförderte Projekt „Digital kompetent im Lehramt“ (DIKOLA) hat eine Gesamtstrategie zur Digitalisierung in der Lehrkräftebildung an der MLU und zurProfessionalisierung der Lehramtsstudierenden geleistet. Nach Auslaufen der Bundesförderung sollte die Arbeit unter dem Dach des LISA fortgesetzt und erweitert werden, u.a. durch
- Handreichungen und Sammlungen zur guten pädagogischen Praxis von digitaler Schulentwicklung, z. B. an den LINDIUS-Schulen,
- Monitoring und weitere Qualifizierung der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte für die pädagogische Arbeit mit digitalen Medien,
- Bündelung der MINT-Förderung in Sachsen-Anhalt,
- Gewinnung von Partnern für die digitale Schulentwicklung und Unterrichtsgestaltung, Kommunikation und Evaluierung der entsprechenden Angebote,
- Begleitung und Qualifizierung der neu entstehenden Digitallabore und Kreativwerkstätten, insbesondere an Sekundar-, Gemeinschafts- und Berufsschulen in Sachsen-Anhalt,
- Aufbau und Unterstützung von Netzwerken zur digitalen Schulentwicklung in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus,
- Konzeption eines Wettbewerbs „Digitale Schule Sachsen-Anhalt,
- Erprobung neuer digitaler Bildungsformate und digitaler Unterrichtsmittel - in Abstimmung mit den länderübergreifenden Projekten und den Kompetenzzentren im Bund und in den Ländern.
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Lernen und Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe ermöglichen
Digital kompetent im Lehramt ist man durch fundierte Ausbildung und Unterrichtspraxis, qualifizierte Fort- und Weiterbildung und den regelmäßigen Austausch mit anderen Lehrkräften. Auf Augenhöhe, unterrichtsbezogen, im Fachkontext und darüber hinaus.In der Schule selbst, bei Digitalen Stammtischen (wie in der Ev. Grundschule in Magdeburg oder von OvGU und DIKOLA via Big Blue Button), in Barcamps (wie dem Barcamp Education Ost), oder „angefeuert“ durch größere Formate wie edgo22 - Das Fachforum für Lehrkräfte, Lehramtsstudierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und weitere Interessierte. Solche Formate müssen allerdings in allen Landkreisen etabliert und in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Hybrid-Formate - auch im Länderverbund - sollten denen, die nicht vor Ort sein können, die Teilnahme ermöglichen und anschließend via Bildungsserver und in Zukunft über eine zentrale Bildungsplattform von Bund und Ländern - für Fort- und Weiterbildung verfügbar sein.
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Neue Bildungsformate schaffen und kontinuierlich evaluieren
Die Digitale Schule ist Zukunftsprogramm und Pannenhilfe in einem, denn sie wächst in Zeiten des Lehrermangels und des viel zu hohen Unterrichtsausfalls. Will der Staat „seiner“ Schulpflicht nachkommen, muss für jede nicht erteilte Unterrichtsstunde eine Aushilfe bereitstehen, z.B. durch online abrufbare
- Präsentation der Lerninhalte, insbesondere in den versetzungsrelevanten Fächern,
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Materialien, Lernhilfen und Aufgaben (mit KI-gestützten Lösungen zu weiteren Lernschritten, die auf die individuelle Lernentwicklung abgestellt sind).
Zugleich müssen wir Geld, Raum und Zeit zur Verfügung stellen zum Erproben neuer Formate und Medien. Und wir benötigen eine gute Führungs- und Fehlerkultur und dazu eine Schulaufsicht, die ins Gelingen verliebt ist und nicht in die Dokumentation dessen, was nicht geht oder gelingt. Nur dann werden vor Ort digitale Medien selbstbewusst und souverän eingesetzt. Nur dann gelingt mit ihrer Hilfe eine Erneuerung von Schule und Unterricht, die die Erfahrungen der Pandemie dazu nutzt, bewährte Formate weiterzuentwickeln.
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Digitale Schulentwicklung forcieren
Die Digitale Schule lässt sich nicht von oben anordnen und gestalten oder in einem Rutsch ausrollen. Sie lebt von neuen Kooperationen zwischen Bund, Ländern und Kommunen und der Arbeit in Netzwerken. Sie muss datensicher aufgestellt sein, braucht die Landesdatenschutzbehörde unter kompetenter Leitung als kritischen Ratgeber und Begleiter, nicht als wandelndes Stoppschild. Das gilt auch für die länderübergreifenden Kooperationen im Rahmen des Digitalpakts, insbesondere eduCheck digital, deren Nutzen als Wegweiser für Bildungsverwaltung und -produkte im Land erklärt und deren Implementierung forciert werden muss.