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Versorgungssicherheit der Lebensmittelproduktion nachhaltig sichern

Beschluss des 32. Ordentlicher Landesparteitag | Moderne Pflanzenzüchtung, flexible europäische Flächenvorgaben und wirtschaftlich tragfähige Betriebe sollen Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und ländliche Wertschöpfung verbinden.

Der Landesparteitag möge beschließen:
 

Wir Freien Demokraten erkennen an, dass auch die Landwirtschaft ihren Beitrag zur Bewahrung
der Leistungsfähigkeit aller Schutzgüter des Naturhaushaltes liefern muss. Neben der
Ernährungssicherheit sind deshalb sowohl Biodiversitätsschutz als auch Stärkung des ländlichen
Raumes und seiner Wertschöpfung fester Bestandteil liberaler Agrarpolitik. Vorrangige Aufgabe
der Landwirtschaft ist aber eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln in
ausreichender Menge und hoher Qualität. Uns Europäern als hochentwickelte Industrienation
in einem agrarischen Gunststandort obliegt vor dem Hintergrund drohender Engpässe in
Entwicklungs- und Schwellenländern eine besondere ethische Verantwortung.


Als einen Beitrag zur kurzfristigen Versorgungssicherheit fordern die Freien Demokraten
Sachsen-Anhalts bei der Umsetzung der neuen Förderperiode der GAP die Nutzung von
Flexibilisie-rungsmöglichkeiten insbesondere für Stilllegungsflächen.


Außerdem sind die Chancen der modernen Pflanzenzüchtung konsequent und umfangreich zu
nutzen. Sachsen-Anhalt kann hier mit seinem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und
Kulturpflanzen-forschung in Gatersleben Vorreiter in der Forschung und Praxiserprobung
werden.


Auf europäischer Ebene muss der Green Deal und die Farm to Fork Strategie umgehend neu
bewertet und einer kritischen Überarbeitung unterzogen werden, ohne dabei die
Transformation in der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz zu
hinterfragen. Grundsätzlicher Ansatz muss jedoch der Erhalt von wirtschaftlich tragfähigen
landwirtschaftlichen Betrieben und damit der dauerhaften Versorgungssicherheit in Europa
sein.