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Gesundheitsfachberufe zukunftsfest machen

Beschluss des 32. Ordentlicher Landesparteitag | Durch modernisierte Ausbildungsangebote, durchlässige Studienwege und internationale Fachkräftegewinnung sollen Gesundheitsfachberufe attraktiver und die Versorgung gesichert werden.

Der Landesparteitag möge beschließen:

Im Kontext aktueller und künftiger Herausforderungen sehen wir auf sämtlichen Ebenen des Gesundheitssektors ein erhebliches quantitatives Ungleichgewicht zwischen bestehenden Fachkräftebedarfen einerseits und dem verfügbaren, qualifizierten Arbeitskräftepersonal anderseits. Neben der personellen Situation zeigt sich darüber hinaus aber auch eine Disbalance zwischen den qualitativen Anforderungsprofilen an die ausgebildete Fachkraft und den vermittelten Lehr- und Lerninhalten, insbesondere auch aufgrund der zunehmenden Komplexität der Versorgung, die auf dem medizinischen Fortschritt und der Erschließung neuer Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie und Pflege beruht. Der erforderliche Handlungsbedarf wurde auch auf Bundesebene erkannt und führte u. a. zur Hebammenreform, die künftig eine vollständige Akademisierung dieses Berufes vorsieht. Wenn wir in Sachsen-Anhalt die Zukunft der Gesundheitsfachberufe aktiv mitgestalten und unsere Fachkräfte von morgen selbst ausbilden wollen, dann müssen wir uns neu aufstellen. Wir Freien Demokraten Sachsen-Anhalt haben die Zeichen der Zeit erkannt und stehen für eine Attraktivitätsoffensive und Aufwertung der Gesundheitsfachberufe durch

  1. die stetige Weiterentwicklung der Ausbildung an berufsbildenden Schulen sowie den Ausbau der hochschulischen Ausbildung unter Berücksichtigung eines angemessenen Qualifikationsmixes zwischen beruflich und akademisch ausgebildeten Fachkräften zum zielgerichteten Ausbau multiprofessioneller Teams. Daraus ergibt sich auch
  2. die Ausweitung der (Teil-)Akademisierung der Gesundheitsfachberufe und die Etablierung primärqualifizierender Studiengänge zur Erweiterung der Zielgruppe sowie
  3. der Ausbau der Durchlässigkeit der Bildungswege durch Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengänge, sowie Fort- und Weiterbildungen und berufsbegleitende Studiengänge als wichtige Säule, um mit dem stetigen Fortschritt mithalten zu können. Um eine sinnvolle Integration in die Versorgungslandschaft sicherzustellen, müssen Intention und Mehrwert klar ersichtlich sein. Daher fordern wir darüber hinaus
  4. die Erarbeitung und Festlegung maßgeblicher Definitionen der verschiedenen Tätigkeitsprofile für hochschulisch aus-, fort- und weitergebildetes Fachpersonal zur Stärkung des eigenverantwortlichen Handelns der einzelnen Akteure. Die Ausweitung von Qualifikationen zielt u. a. auf eine damit eng verbundene Erweiterung der Handlungsfelder der Akteure ab, die insbesondere auch zur Aufrechterhaltung de Versorgungssicherheit in dünn besiedelten Regionen Sachsen-Anhalts beitragen kann.
  5. Wir setzen zudem auf die Durchführung von qualitätssichernden und -verbessernden Evaluationen der Forschungs- und Lehrstrukturen sowie Lehr- und Lerninhalte zur stetigen Optimierung und Anpassung der bestehenden beruflichen und akademischen Ausbildung. Zudem sehen wir ein erhebliches Potential an Fachkräften im Bereich der Gesundheitsfachberufe auf dem internationalen Arbeitsmarkt und fordern zur Deckung des Fachkräftebedarfs
  6. gezielte Anwerbungen von ausländischen Pflegefachkräften, die dann qualifiziert beraten und mit Serviceleistungen, wie Sprachkursen und Hilfestellungen bei Anerkennungsprozessen unterstützt werden.