FDP Sachsen-Anhalt fordert Rücknahme der Kürzung und Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung

Dr. Maximilian Philipp

Zur beschlossenen Kürzung der ambulanten psychotherapeutischen Leistungen äußert sich der Sprecher für Programmatik, Gesundheit und Soziales der FDP Sachsen-Anhalt, Dr. Maximilian Philipp, wie folgt:

„Wir schließen uns der Kritik der Kassenärztlichen Vereinigungen, der Bundespsychotherapeutenkammer und privater Initiativen an. Schon heute warten viele Patientinnen und Patienten über Monate auf einen Therapieplatz. Eine Schwächung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung sendet daher das völlig falsche Signal: ausgerechnet weniger Unterstützung für eine Versorgung, die Arbeitsfähigkeit erhält, Chronifizierung verhindert und stationäre Folgekosten begrenzen kann.

Ohnehin liegen die Honorare für Psychotherapeuten bereits heute deutlich unter dem Durchschnitt aller Fachgruppen. Dies wirkt sich weiter negativ auf einen Fachbereich mit Nachwuchsproblemen aus. Zeitgleich wirkt die Erhöhung der Strukturpauschale an der Realität von Psychotherapeuten vorbei, die sich an der Nachwuchsausbildung beteiligen oder in relevantem Maße Privatpatienten behandeln.

Die FDP Sachsen-Anhalt setzt sich daher mit allen Mitteln für eine Rücknahme der beschlossenen Honorarkürzungen ein. Im Übrigen sollten sich Honorare in Zukunft stärker an Marktprinzipien orientieren, um gezielt Nachwuchsentwicklung und Versorgungsengpässe miteinander auszugleichen. Daher widersprechen die beschlossenen Kürzungen offensichtlichen Grundsätzen der Vernunft.“

Hintergrund

Ab dem 01.04.2026 wird die Vergütung der psychotherapeutischen Gesprächsleistungen um 4,5 Prozent absinken – so beschloss es der gemeinsame Bewertungsausschuss.

Sachsen-Anhalt leidet besonders unter einem überdurchschnittlich hohen Anteil chronisch Kranker. Psychische Erkrankungen zählen dabei zu den wichtigsten Ursachen für Arbeitsausfälle – die entsprechenden Fehltage stiegen zuletzt erneut um 8,2 Prozent. Nach Daten der AOK dauern psychisch bedingte Ausfälle in Sachsen-Anhalt im Schnitt 26,9 Tage und damit deutlich länger als der Durchschnitt aller Erkrankungen. Binnen zehn Jahren sind die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen im Land um 70 Prozent gestiegen.